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Zähneknirschen: Schädigen Sie Ihre Zähne, ohne es zu bemerken?

Wachen Sie morgens mit einem müden oder schmerzenden Kiefer, Beschwerden an den Schläfen oder empfindlichen Zähnen auf? Vielleicht hat Ihnen Ihr Partner oder ein Familienmitglied schon einmal gesagt, dass Sie nachts mit

Wachen Sie morgens mit einem müden oder schmerzenden Kiefer, Beschwerden an den Schläfen oder empfindlichen Zähnen auf? Vielleicht hat Ihnen Ihr Partner oder ein Familienmitglied schon einmal gesagt, dass Sie nachts mit den Zähnen knirschen. Auch wenn Sie selbst nichts davon bemerken, können Zähnepressen und Zähneknirschen – insbesondere während des Schlafs – mit der Zeit Zähne, Kaumuskulatur und Kiefergelenke belasten.

Das unwillkürliche Zusammenpressen oder Reiben der Zähne wird als Bruxismus bezeichnet. Bruxismus tritt nicht ausschließlich nachts auf. Manche Menschen pressen ihre Zähne unbewusst zusammen, während sie am Computer arbeiten, Auto fahren oder sich stark konzentrieren.

Warum knirscht man mit den Zähnen?

Für Zähneknirschen gibt es nicht immer eine einzige eindeutige Ursache. Stress und psychische Anspannung können eine wichtige Rolle spielen. Auch Schlafstörungen, bestimmte Medikamente sowie Alkohol- und Koffeinkonsum können mit Bruxismus in Verbindung stehen.

Stellen Sie sich beispielsweise einen anstrengenden Arbeitstag vor: Sie konzentrieren sich auf den Bildschirm und pressen dabei unbewusst Ober- und Unterkiefer fest zusammen. In entspannter Haltung müssen die Zähne normalerweise nicht dauerhaft aufeinanderliegen. Wiederholt sich dieses Verhalten häufig, können die Kaumuskeln ermüden und schmerzen.

Nächtlicher Bruxismus ist schwieriger zu erkennen, da er während des Schlafs auftritt. Manchmal ist das erste Anzeichen das Knirschgeräusch, das der Partner oder ein Familienmitglied hört. In anderen Fällen fällt zunächst der schmerzende oder verspannte Kiefer am Morgen auf.

Welche Auswirkungen kann Bruxismus auf Zähne und Kiefer haben?

Gelegentliches Zähnepressen bedeutet nicht automatisch, dass ein ernsthaftes Problem besteht. Häufiges und starkes Pressen oder Knirschen kann jedoch langfristig Zahnabrieb, kleine Risse, Überempfindlichkeit und Schäden an vorhandenen Füllungen oder Zahnersatz begünstigen.

So können beispielsweise die ursprünglich deutlich ausgeprägten Kanten der Frontzähne zunehmend flacher werden. Manchmal wirken die Zähne dadurch sogar kürzer. Andere Menschen bemerken das Problem zuerst daran, dass kaltes Wasser plötzlich eine bisher unbekannte Empfindlichkeit auslöst.

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf die Zähne. Eine ständig beanspruchte Kaumuskulatur kann morgens zu einem müden Kiefer sowie zu Kopf- oder Gesichtsschmerzen führen. Auch Beschwerden im Bereich des Kiefergelenks oder bei Kieferbewegungen können auftreten.

5 Anzeichen, auf die Sie achten sollten

  • Ist Ihr Kiefer morgens häufig müde oder schmerzhaft?

  • Sind Ihre Zähne ohne erkennbaren Grund empfindlicher geworden?

  • Sehen Sie abgenutzte Zahnkanten oder kleine Absplitterungen?

  • Ertappen Sie sich tagsüber beim konzentrierten Arbeiten dabei, die Zähne zusammenzupressen?

  • Hat Ihnen jemand gesagt, dass Sie nachts mit den Zähnen knirschen?

Ein oder mehrere dieser Anzeichen reichen allein nicht aus, um Bruxismus sicher festzustellen. Sie können jedoch ein guter Grund für eine zahnärztliche Untersuchung sein.

Ein häufiger Fehler: Sich nur auf die Knirschschiene zu verlassen

Beim Thema Zähneknirschen denken viele Menschen zuerst an eine Knirsch- oder Nachtschiene. Eine individuell angefertigte Okklusionsschiene ist eine Zahnschiene, die unter anderem dazu dient, die Zähne vor direkter Belastung und Schäden durch Pressen und Knirschen zu schützen.

Dabei ist jedoch wichtig: Eine Schiene beseitigt nicht zwangsläufig die Ursache des Bruxismus. Sie kann vielmehr Bestandteil einer Behandlung sein, die die Zähne schützt und je nach Situation das Kausystem entlastet.

Deshalb ist es sinnvoller, zunächst zahnärztlich abklären zu lassen, ob die Beschwerden tatsächlich durch Bruxismus verursacht werden, anstatt ohne Untersuchung eine Standard-Zahnschiene zu kaufen. Ähnliche Beschwerden können auch andere Ursachen im Bereich der Zähne, der Kiefergelenke oder des Schlafs haben.

Kann Zähneknirschen behandelt werden?

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von den möglichen Ursachen und den bereits entstandenen Auswirkungen ab. Der Zahnarzt kann Zahnabrieb, Risse, vorhandene Füllungen und Zahnersatz, die Kaumuskulatur und bei Bedarf die Kiefergelenke untersuchen. Bei geeigneten Patienten kann eine individuell angefertigte Nachtschiene empfohlen werden.

Wer seine Zähne tagsüber zusammenpresst, kann außerdem eine einfache Gewohnheit entwickeln: Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Kieferhaltung. Achten Sie beim Arbeiten, beim Blick aufs Smartphone oder im Straßenverkehr darauf, ob Ihre Zähne fest aufeinanderliegen. Falls ja, lockern Sie bewusst den Kiefer.

Bei ausgeprägtem nächtlichem Bruxismus kann in manchen Fällen auch eine Beurteilung der Schlafqualität und möglicher Schlafstörungen sinnvoll sein. Starkes Schnarchen, Atemaussetzer während des Schlafs oder ausgeprägte Tagesmüdigkeit sollten Sie Ihrem behandelnden Arzt mitteilen.

Was sollten Sie jetzt tun?

Wenn Sie regelmäßig mit Kieferschmerzen aufwachen, Zahnabrieb oder Überempfindlichkeit bemerken oder jemand Ihnen sagt, dass Sie nachts mit den Zähnen knirschen, sollten Sie nicht warten, bis stärkere Beschwerden entstehen. Bei einer zahnärztlichen Untersuchung können Zähne, vorhandene Füllungen und Zahnersatz, Kaumuskulatur und bei Bedarf die Kiefergelenke beurteilt werden.

Bei Zahnfrakturen, zunehmenden Schmerzen, eingeschränkter Mundöffnung oder länger anhaltenden Beschwerden im Kiefergelenk sollte eine Untersuchung nicht aufgeschoben werden.

Das Entscheidende beim Bruxismus ist, dass viele Menschen ihr Zähnepressen oder -knirschen selbst gar nicht bemerken. Der erste Schritt besteht deshalb nicht einfach darin, „mit dem Knirschen aufzuhören“, sondern festzustellen, ob Zähne oder Kausystem bereits betroffen sind und welche Maßnahmen individuell sinnvoll sind.

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